15 dingens fuffzich

August 8th, 2009

Über Geld spricht man nicht. Alte Weisheit, wohl bekannt im Abendland. Und tatsächlich hält man sich zumindest in Deutschland so sehr daran, dass bereits die Frage “wieviel Miete zahlst Du” manchem Zeitgenossen verstopfungs-Pressfalten ins Gesicht zaubert. Nach drei halbherzigen Lachhüstlern wird dann angestrengt nach einem passenderen Thema gesucht: “Heut ist ganz schön draußen.Gestern war’s ja nicht so doll”.

Gut,aber hier liegt eine europäische Tradition zugrunde-meins ist meins und das geht niemanden etwas an.

Bereits auf der uns kulturell nicht allzu entfernten Insel der Pilgrims ist es anders. Hier ist es nicht unhöflich, offen nach dem Jahreseinkommen zu fragen, selbst wenn man die betreffende Person erst 10 min. kennt. Ein Kündigungsgrund für Freundschaften manch Good Old Deutschländer Würstchen.

Der Chinese hat hier ja ein gar cleveres System erdacht. Es trägt den inoffiziellen Arbeitstitel Rate mal im Hosental. Tief vergraben in Beinkleiders Tasch’ liegen sie,die baren Scheine scheinbarer Klarheit um die es hier geht.

Die Zahlen auf ihnen sind so bekannt wie unmissverständlich. Aber schon beim Bezahlenwollen geht es los:

Chinese money

Auf dem Schild steht ¥15.50, der Kassierer verlangt 15Kuai5 und das Hirn fragt sich, ob es um Yuan geht oder nicht. Renminbi seien es natürlich, sagt der touristische Nachbar an der Kasse und doch steht auf seiner Umrechnungstabelle das Kürzel CNY.
Verwirrt reicht man einen 20er (von welcher Währung auch immer). Zurück die Frage, ob man nicht 5Mao hätte. Der sei doch längst staubgewordenes Wertgut grübelt man noch.

Da dieser einem aber wahrscheinlich ungeniert in die Tasche gegriffen hätte, hält man hilflos das Portemonnaie auf. Freund Kassierer zieht griffsicher einen winzigen 5Jiao Schein (den es natürlich auch als Münze gäbe) raus. Das ist nicht nur gleichbedeutend mit 0,50RMB, sondern auch noch ausgerechnet einer der zwei einzigen Scheine eben OHNE das Abbild des Staubkollegen. Äh, logisch also, dass er den meinte…

Der Kassierer jedenfalls schüttelt den Kopf ob so viel ausländischer Dummheit. Er lächelt in sich hinein – Dem Weissbrotkunden könnte er wahrscheinlich eine Handvoll Fen zurückgeben. Der hätte dann schon genug damit zu tun,die verschiedenen Münzgrössen selben Wertes zu sortieren. Geschweige denn, dass er merken würde, zwar die korrekte Summe in Zahlen,aber nur ein Zehntel des Wertes an Wechselgeld bekommen zu haben.

Über Geld reden in China? Kein Problem. Das Kind beim Namen nennen schon eher.

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